Eingebettete Laufzeitumgebung
Eine eingebettete Laufzeitumgebung (Embedded Runtime) bezeichnet eine Software-Ausführungsumgebung, die direkt in eine größere Anwendung oder ein System integriert ist, anstatt als separater, eigenständiger Prozess zu laufen. Anstatt sich auf eine traditionelle, externe Laufzeitumgebung (wie einen dedizierten Serverprozess) zu verlassen, werden die notwendigen Komponenten zur Codeausführung lokal im Speicherbereich der Host-Anwendung verpackt und ausgeführt.
Der Hauptantrieb für die Verwendung einer eingebetteten Laufzeitumgebung ist Leistung und Effizienz. Durch die Eliminierung des Overhead der Interprozesskommunikation (IPC) – der Zeit und Ressourcen, die für die Kommunikation zwischen separaten Prozessen aufgewendet werden – können Anwendungen eine geringere Latenz und einen höheren Durchsatz erreichen. Dies macht sie ideal für ressourcenbeschränkte Umgebungen oder Hochfrequenz-, Echtzeitoperationen.
Auf fundamentaler Ebene verpackt eine eingebettete Laufzeitumgebung den notwendigen Sprachinterpreter, die virtuelle Maschine (VM) oder die Ausführungsumgebung direkt in die Anwendungsbinärdatei oder Bibliothek. Wenn die Anwendung startet, wird die Laufzeitumgebung zusammen mit der Hauptanwendungslogik initialisiert. Dies ermöglicht es der Anwendung, Code (z. B. Skripting, Datenverarbeitung oder KI-Inferenz) mithilfe der integrierten Engine auszuführen, ohne externe Dienste starten zu müssen.
Eingebettete Laufzeitumgebungen sind in mehreren modernen Architekturen weit verbreitet:
Dieses Konzept überschneidet sich mit Konzepten wie WebAssembly (Wasm), das eine portable, sandboxed Laufzeitumgebung bietet, und Containerisierung, die die gesamte Prozessgrenze verwaltet.