Föderierte Erfahrung
Federated Experience bezeichnet einen strategischen Ansatz, bei dem ein einheitliches, konsistentes und hochgradig personalisiertes Kundenerlebnis über mehrere, oft unterschiedliche, Systeme, Datensilos oder organisatorische Grenzen hinweg bereitgestellt wird, ohne dabei alle zugrunde liegenden Daten zu zentralisieren.
Anstatt alle Daten auf eine monolithische Plattform zu migrieren, werden die Kernlogik und die Präsentationsschicht vereinheitlicht, während die Daten in ihren Quellsystemen verteilt bleiben (z. B. CRM, ERP, Altsysteme, Microservices).
In modernen Unternehmen sind Daten von Natur aus verteilt. Kundeninteraktionen finden über Webanwendungen, mobile Apps, Partnerportale und physische Standorte statt. Ein zentralisiertes Datenmodell ist oft technisch nicht umsetzbar oder zu langsam in der Implementierung. Federated Experience löst dies, indem es Unternehmen ermöglicht, die Datenhoheit zu wahren und gleichzeitig eine nahtlose Benutzerreise zu gewährleisten.
Dieser Ansatz ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Datenverwaltung, die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen (wie DSGVO) und die Sicherstellung, dass lokale Systeme weiterhin effizient arbeiten können und gleichzeitig zu einer globalen Sicht auf den Kunden beitragen.
Der Mechanismus stützt sich auf hochentwickelte Integrationsschichten, die oft durch APIs und Datenvirtualisierungstechnologien angetrieben werden. Diese Schichten fungieren als semantische Schicht und übersetzen Anfragen aus der vereinheitlichten Frontend-Erfahrung in Abfragen, die die verschiedenen Backend-Systeme verstehen können.
Wenn ein Benutzer interagiert, fragt die federierte Schicht intelligent die notwendigen Microservices oder Datenspeicher ab, aggregiert die relevanten Informationen in Echtzeit und präsentiert eine kohärente, einheitliche Ansicht der Benutzeroberfläche. Die Daten werden niemals vollständig verschoben; nur die notwendigen Ergebnisse werden an die Präsentationsschicht übertragen.
Dieses Konzept überschneidet sich erheblich mit Microservices Architecture, Data Virtualization und Composable Commerce, von denen alle darauf abzielen, die Präsentationslogik von der Backend-Datenspeicherung zu entkoppeln.