Föderierte Schnittstelle
Eine föderierte Schnittstelle (Federated Interface) fungiert als ein einheitlicher Zugangspunkt oder eine Abstraktionsschicht über mehrere, unabhängige und oft heterogene Datenquellen oder Dienste. Anstatt alle Daten in einem einzigen zentralen Repository zu migrieren, ermöglicht diese Schnittstelle Anwendungen, Abfragen zu stellen, mit verschiedenen zugrunde liegenden Systemen zu interagieren und Ergebnisse zu erhalten, als wären sie eine einzige, kohäsive Einheit.
In modernen Unternehmensumgebungen sind Daten selten an einem einzigen Ort isoliert. Sie befinden sich in Altsystemdatenbanken, Cloud-Diensten, Drittanbieter-APIs und Microservices. Eine föderierte Schnittstelle löst das Integrationsproblem, indem sie einen standardisierten Vertrag für die Interaktion bereitstellt. Dies ist entscheidend für die Wahrung der Datenhoheit, die Reduzierung der Datenbewegungskosten und die Ermöglichung von Echtzeit-Einblicken über die gesamte organisationale Landschaft hinweg.
Der Prozess beinhaltet eine hochentwickelte Routing- und Übersetzungsschicht. Wenn eine Anwendung eine Anfrage an die föderierte Schnittstelle sendet, parst diese die Anfrage, bestimmt, welche zugrunde liegenden Dienste erforderlich sind, übersetzt die standardisierte Abfrage in den spezifischen Dialekt oder das Protokoll, das von jeder Quelle benötigt wird (z. B. SQL, REST, GraphQL), führt die Abfragen parallel oder sequenziell aus, aggregiert die unterschiedlichen Ergebnisse und transformiert und gibt schließlich eine einheitliche Antwort an die aufrufende Anwendung zurück.
Dieses Konzept steht in enger Beziehung zur Datenvirtualisierung, API-Gateways und Service-Mesh-Architekturen, da alle darauf abzielen, Komplexität zu abstrahieren und gleichzeitig verteilte Interaktionen zu verwalten.