Föderierter Workflow
Ein föderierter Workflow beschreibt ein System, bei dem ein einziger, übergreifender Geschäftsprozess über mehrere, unabhängige und autonome operative Einheiten oder Domänen verwaltet wird. Anstatt die gesamte Logik und Daten in einem monolithischen System zu zentralisieren, delegiert der Workflow spezifische Aufgaben und Entscheidungsbefugnisse an diese verteilten Komponenten, die die lokale Kontrolle über ihre Daten und ihre Ausführungsumgebung behalten.
In komplexen modernen Unternehmen befinden sich Daten und Prozesse selten an einem einzigen Ort. Ein zentralisierter Workflow wird oft zum Engpass, da er mit Latenz, Skalierbarkeit und Anforderungen an die Datenhoheit kämpft. Föderierte Workflows lösen dies, indem sie spezialisierten Teams oder Diensten ermöglichen, Teile des Prozesses lokal auszuführen, während sie gleichzeitig einen globalen Prozessstandard einhalten, wodurch Agilität ohne Kompromisse bei der Governance gewährleistet wird.
Der Kernmechanismus beinhaltet eine Koordinationsschicht oder einen Orchestrator. Diese Schicht führt die Aufgaben nicht selbst aus; stattdessen verwaltet sie den Zustand, löst die notwendigen Unter-Workflows in den entsprechenden dezentralen Knoten aus und aggregiert die Ergebnisse. Jeder teilnehmende Knoten arbeitet autonom und nutzt seine lokalen Daten und Geschäftslogik, um seinen zugewiesenen Segment des Workflows abzuschließen und den Orchestrator mit Statusaktualisierungen zu versorgen.
Föderierte Workflows sind in Szenarien, die eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit oder eine hohe Datenpartitionierung erfordern, äußerst effektiv:
Die Implementierung föderierter Systeme bringt Komplexität in mehreren Bereichen mit sich:
Dieses Konzept überschneidet sich mit der Microservices-Architektur, Distributed Ledger Technology (DLT) und Event-Driven Architecture (EDA). Während Microservices die Dienstgrenzen definieren, definiert der Föderierte Workflow das Koordinationsmuster über diese Grenzen hinweg.