Multimodale Wissensbasis
Eine Multimodale Wissensdatenbank (MKB) ist ein hochentwickeltes Datenrepository, das darauf ausgelegt ist, Informationen aus mehreren Datentypen gleichzeitig zu speichern, zu indizieren und abzurufen. Im Gegensatz zu traditionellen Datenbanken, die strukturierte Texte verarbeiten, integriert eine MKB unstrukturierte Daten wie Textdokumente, Bilder, Audioaufnahmen, Videostreams und Sensordaten in eine einheitliche, semantisch durchsuchbare Struktur.
In der heutigen datenreichen Umgebung existiert Information selten in einem einzigen Format. Eine Kundenanfrage kann ein Bild eines defekten Teils und ein damit zusammenhängendes Support-Transkript umfassen. Eine MKB ermöglicht es KI-Systemen, diesen ganzheitlichen Kontext zu verarbeiten und geht damit über das einfache Schlüsselwort-Matching hinaus, um ein echtes kontextuelles Verständnis zu erreichen. Diese Fähigkeit ist entscheidend für den Aufbau von KI-Agenten der nächsten Generation und fortschrittlichen Unternehmenssuchwerkzeugen.
Der Kernmechanismus basiert auf Embeddings. Jedes Datenstück – sei es ein Textabsatz oder ein Foto – wird durch einen spezialisierten Encoder (wie ein multimodales Transformer-Modell) geleitet, um einen hochdimensionalen Vektor zu erzeugen, der als Embedding bekannt ist. Diese Embeddings erfassen die semantische Bedeutung des Inhalts. Die MKB speichert diese Vektoren typischerweise in einer Vektordatenbank. Der Abruf erfolgt durch die Berechnung der Ähnlichkeit (z. B. Kosinus-Ähnlichkeit) zwischen dem Abfrage-Embedding und den gespeicherten Daten-Embeddings, wodurch das System konzeptuell verwandte Elemente über verschiedene Modalitäten hinweg finden kann.
Diese Technologie baut auf Vektordatenbanken, Großen Sprachmodellen (LLMs) und Retrieval-Augmented Generation (RAG) auf. Während LLMs Sprache verarbeiten, liefert die MKB den reichen, modalübergreifenden Kontext, über den LLMs dann Schlussfolgerungen ziehen können.